In diesem Jahr bereits 175 FSME-Fälle und mehr als 2.700 Fälle der Lyme-Borreliose in Bayern – Bayerns Gesundheitsministerin: Impfen schützt vor FSME
Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach hat mit Blick auf die Ferienzeit vor Risiken durch Zecken gewarnt. Gerlach sagte am Montag: „Zecken können Bakterien und Viren übertragen, die gefährliche Krankheiten wie Lyme-Borreliose und FSME auslösen können. Bei beiden Erkrankungen sind die Zahlen im Freistaat weiterhin hoch. Ich werbe deshalb erneut für eine Schutzimpfung gegen FSME.“ FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine ernstzunehmende Erkrankung mit Entzündungen von Hirnhaut, Gehirn oder Rückenmark.
Konkret wurden dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) seit Beginn dieses Jahres bayernweit bereits 175 Fälle von FSME (Stand: 03.08.2026) gemeldet. Im Vorjahr waren es mit 164 im Vergleichszeitraum (Vergleichsdatenstand: 04.08.2025) etwas weniger Erkrankungsfälle.
Die Ministerin unterstrich: „Gerade in der Ferienzeit sollte geprüft werden, ob ein Impfschutz gegen FSME sichergestellt ist. Obwohl das Risiko einer FSME-Infektion im Frühjahr und Sommer am höchsten ist, können Zecken auch bis in den Winter hinein aktiv sein. Zudem besteht auch in einigen beliebten Urlaubsländern ein erhöhtes Risiko einer FSME-Infektion. Personen, die bereits grundimmunisiert sind, sollten unbedingt auch an empfohlene Auffrischungsimpfungen denken. Deshalb nutzen Sie die Gelegenheit und lassen Sie Ihren Impfstatus rechtzeitig überprüfen!“
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung für Personen, die in Risikogebieten mit Zecken in Kontakt kommen könnten. Da nahezu der gesamte Freistaat mittlerweile vom Robert Koch-Institut (RKI) als FSME-Risikogebiet eingestuft ist, wird in Bayern die FSME-Impfung ohne geografische Einschränkung öffentlich empfohlen. Die Impfung gegen FSME ist in der Regel sehr gut verträglich und wird im Freistaat von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Die Grundimmunisierung besteht in der Regel aus drei Impfungen. Eine erste Auffrischungsimpfung wird im Abstand von drei Jahren nach der Grundimmunisierung fällig. Weitere Auffrischungsimpfungen sollten abhängig von der Altersgruppe und dem verwendeten Impfstoff in Abständen von drei bis zehn Jahren verabreicht werden.
Die Ministerin fügte hinzu: „Zecken können neben dem FSME-Virus auch Bakterien übertragen, die Lyme-Borreliose verursachen. Sie ist die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in Deutschland. Gegen die Infektionskrankheit gibt es derzeit leider noch keine Impfung, sie kann aber gut mit Antibiotika therapiert werden. Je früher die Therapie beginnt, umso besser.“
Die Zahl der Lyme-Borreliose-Infektionen in Bayern hat gegenüber dem Vorjahreszeitraum zwar leicht abgenommen, es sind aber immer noch mehr als 2.700 Fälle, die bisher diagnostiziert wurden. Bislang wurden in diesem Jahr dem LGL 2.728 Fälle von Lyme-Borreliose gemeldet (Stand: 03.08.2026). Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 3.216 (Vergleichsdatenstand: 04.08.2025).
Gut erkennbar ist die Lyme-Borreliose an der sogenannten Wanderröte, einer ringförmigen Rötung um die Zeckenstichstelle. Bei der unbehandelten Borreliose kann es auch Monate nach dem Stich noch unter anderem zu schmerzhaften Nerven- oder Gelenkentzündungen kommen, deshalb ist eine möglichst frühzeitige Diagnose wichtig.
Die Ministerin betonte: „Am besten ist es, Zeckenstiche möglichst zu vermeiden. Schon einfache Maßnahmen können dabei helfen. Dazu gehören lange Kleidung, Insektenschutzmittel und das gründliche Absuchen des Körpers nach einem Aufenthalt in der Natur. Es ist wichtig, Zecken möglichst frühzeitig und mit einem dafür geeigneten Werkzeug zu entfernen. Wenn in den Tagen und Wochen nach dem Stich eine Wanderröte oder andere auffällige Symptome auftreten, sollte umgehend eine Ärztin oder einen Arzt aufgesucht werden. Die Lyme-Borreliose wird nicht sofort, sondern meist erst nach mehreren Stunden von der Zecke übertragen. Je schneller die Zecke entfernt wird, desto besser.“
Gerlach fügte hinzu: „Mit dem Nationalen Referenzzentrum für Borrelien am LGL leistet Bayern einen wichtigen Beitrag, Borreliose weiter zu erforschen. Unser Ziel ist dabei auch, mehr über die Auswirkungen des Klimawandels auf Borreliose zu erfahren.“
Professorin Dr. med. Caroline Herr, Amtsleitung Gesundheit am LGL, merkte an: „Im Rahmen der Kampagne ‚Lass dich nicht ZECKEN!‘ stellt das LGL kostenloses Material zur Prävention zur Verfügung. Auf Flyern, Postern und Aufklebern wird anschaulich erklärt, wie man Zeckenstiche vermeidet, die unliebsamen Blutsauger im Falle eines Stiches richtig entfernt und bei welchen Symptomen unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden sollte.“ Die Materialien sind über den Bestellshop der Bayerischen Staatsregierung unter dem Stichwort „Lass dich nicht zecken!“ abrufbar.
Weitere Informationen gibt es unter
https://www.stmgp.bayern.de/vorsorge/infektionsschutz/zecken/ und
https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/fsme/.
Faktenblatt des RKI zur FSME-Impfung:
https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Impfen/Informationsmaterialien/Faktenblaetter-zum-Impfen/FSME.pdf?__blob=publicationFile&v=6
Foto: screenshot-Gerlach